Wolfram Föhse

..flog von einer Spezialschule wegen „Wehrlagerverweigerung und Konfirmation„. Hielt sich, während er im evangelischen Umfeld aktiv (unter anderem im Landesjugendkonvent) war, mit unterschiedlichsten Jobs über Wasser und galt zwei Jahre offiziell als „asozial„. Die DDR hatte sich „einen neuen Kritiker herangezogen„. Um das Jahr 1989…

Moritz Götze

…ist seit der Wende einer der bekanntesten Protagonisten einer Post-DDR-Kunstszene. Zuvor machte Götze eine Lehre als Tischler und war später Aushilfsheizer, Möbelrestaurator, Hilfsarbeiter in einer Kohlenanzünderfabrik. Anfang der 80er organisierte er, selbst als Musiker bei „Größenwahn“ aktiv, das erste DDR-weite Punkfestival in der Christuskirche in…

Udo Grashoff

Als 23 jähriger studierte Grashoff 1989 Biochemie in Halle. Die Beteiligung an der Errichtung einer demokratischen Studentenvertretung an der Martin-Luther-Universität führten ihn zu ersten Reflexionen über das, was geschah und wie die Menschen sich verhielten. Einstmals anarchistischen Ideen zugeneigt, ist Grashoff heute wissenschaftlicher Mitarbeiter am…

Andre Gursky

… studierte nicht ohne Kontroversen und Ambivalenzen Philosophie und Geschichte in Halle, wo er kurz, 1989, auch als Assistent arbeitet, was ihm später zum Vorwurf gemacht wurde. Seit 1994 ist Gursky Leiter der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle und schreibt regelmässig (Gutachten) zur politischen Justiz…

Torsten Hahnel

… war 1989 20 Jahre alt und Punk. Über die Subkultur formierte sich bei Hahnel eine stark distanzierte Haltung zum Staat, die durch das restriktive Auftreten der Repräsentanten noch radikalisiert wurde. Hahnel, dessen Kritik an der real existierenden DDR gravierende persönliche Folgen hatte, beteiligte sich…

Ulli Hamers

…war früh in der Schule „aufmüpfig“ – aufgewachsen in den 50er Jahren in Gotha -, die einzige in der Klasse, die „keine Lehrstelle hatte„. Nach einer Ausbildung zur Goldschmiedin, gründete Hamers in Halle eine Wohnungsbesetzungszentrale: Dort erhielten Interessierte Hinweise, wie sie in leerstehende Häuser einziehen…

Hanna Haupt

… kam am 2. Oktober 1989 nach Halle, wo ihr Mann die Pfarrstelle an der Pauluskirche antrat. Sie hatten sich entschieden in der DDR zu bleiben, „wo der liebe Gott sie hingestellt hatte„. In Halle war Haupt sofort konfrontiert und beteiligt an den Ereignissen des…

Ingrid Häußler

… war 1989 Chemikerin in der Forschung des VEB Chemische Werke Buna. Innerhalb ihres direkten Arbeitsumfeldes und privat reflektierte sie Arbeit und Leben in der DDR. In der Ökogruppe der Georgen Gemeinde in Halle lernte sie den Aufruf des Neuen Forums kennen und sah endlich…

Daniel Herrmann

… war 1989 17 Jahre alt. Kurz nach dem Mauerfall ging er nach Duisburg. Heute lebt und arbeitet Hermann wieder in Halle. Der Begriff Wende „geht gar nicht„. Die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen; ein Versuch, bei dem es sich lohnt auf das Scheitern zu…

Björn Hopfgarten

…wuchs in behüteten Familienverhältnissen, in einem „goldenen Käfig“ auf, der durch die Ausreise des Vaters und die Einberufung des Bruders zur NVA erschüttert wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt verstand sich Hopfgarten – auch äußerlich erkennbar – als Punk. Hopfgarten gehört zu denen, die am 7.Oktober…

Thea Ilse

…durfte als Pfarrerstochter kein Abitur machen, wurde Chemielaborantin in Buna und ab 1984 Pfarrerin in Halle-Trotha. Vor allem diese Tätigkeit – „die privilegierte Rolle im Schutzraum der Kirche“ – brachte Ilse die Nähe zur „Kirche von unten“ und enge Kontakte mit ökologischen Arbeitsgruppen: Sie wurde…

Udo Israel

..wurde in den Tagen der „Wende“ zur Armee eingezogen, hatte davor als „Pazifist“ große Angst, weswegen die Option des Bausoldaten naheliegend schien und für genau eine Woche Realität wurde: Dann zeigte der Kalender; Montag, 9. Oktober 1989. Im Anschluss, „in einer Zeit, in der ganz…

Peter Jeschke

…ist als Psychiater und Neurologe bekannt und war zur sogenannten Wendezeit 38 Jahre alt. Jeschke beschreibt eine Zeit, in der vieles im wahrsten Sinne des Wortes verrückt wurde. Beim Wort „Revolution“ ist Jeschke skeptisch, wenn auch vieles für einen solchen Begriff spricht. Download mit [rechte…

Lars Jung

..erlebte mit 20 Jahren die „Wende„, entschied sich in Halle Philosophie zu studieren und wollte auf die Hohe See. Mauer und Grenzen der DDR empfand Jung als „normal„. Die Hoffnungen der Ausreisewilligen konnte er „nicht nachvollziehen„. Jung, der Mitbegründer von Radio Corax und als Entwicklungshelfer…

Steffen Käthner

…kommt aus einem staatstreuen Elternhaus, war 1989 17 Jahre alt und Offiziersbewerber. Steffen Käthner schaut mit Michael Nicolai auf eine Zeit, die aus einem staatstreuen Jugendlichen einen Kritiker der bestehenden Verhältnisse machte. Käthner hat Schwierigkeiten einen passenden Begriff zu finden und scheut sich den Begriff…

Gert Kiermeyer

…ist in Halle aufgewachsen und ging 1982 nach Berlin, um an der Humboldt-Uni zu studieren. Dem Abbruch dieses Studiums folgten diverse Tätigkeiten und schließlich ab 1986 das Studium der Fotografie. Kiermeyer sieht Schwierigkeiten ein objektives Bild über die Ereignisse zu bekommen, gerade aufgrund der „Propaganda„,…

Thomas Knopf

…war zu DDR-Zeiten semiprofessioneller Fußballer (u.a. bei BSG Chemie Leipzig), arbeitete 1989 als Ingenieur beim „Waggonbau Ammendorf“ in Halle und hatte „nicht viel auszustehen, konnte reisen, auch wenn ich angeeckt bin„. Knopfs Vater war als Reisekader in privilegierter Position, sein Bruder flüchtete über Ungarn, was…

Anett Krause

…war 1989 recht jung: 12 Jahre alt. Krause ist Literaturwissenschaftlerin und beschäftigt sich unter anderem mit literarischen Perspektiven auf die untergegangene DDR. Für Krause werden die Ereignisse um das Jahr 1989 derzeit und wohl auch bei zukünftigen Jubiläen zur nationalen Selbstvergewisserung als »friedliche Revolution« und…

Thomas Kupfer

…war Wegbereiter von Radio Corax, der weit vor 1989 Kritiker der DDR-Staatsdoktrin und im Herbst 1989 Mitbegründer der »Initiative für eine Vereinigte Linke« war. Vor 1989 hat er die Geschichte des Kommunismus und der linken Intellektuellen für sich aufgearbeitet und beschreibt die Zeit um das…

Ina Liebmann

…hatte sich entschieden, in der DDR zu bleiben und dort ihr eigenes Leben zu leben. Nach der Wende versuchte sie weiterhin ihr eigenes Leben zu leben – unter veränderten Bedingungen. Download [rechte Maustaste] [Ziel speichern unter]