Ants Kiel

Für Ants Kiel gingen die politischen Ereignisse im Jahr 1989 einher mit einschneidenden Veränderungen im persönlichen Lebensbereich. Er sagt rückblickend, „ich war bereit für die neuen Zeiten“. Kiel kam 1988 nach vier Jahren Studium an der Offiziersschule in Zittau im Bereich „Rückwertige Dienste“ als Diplom…

Werner Pomrehn

… richtet einen ungewöhnlichen Blick aus der westdeutschen Linken auf die Ereignisse vor und „nach der 1989 vorgefundenen Scheiße“. Pomrehn (der kurzzeitig, 1987, in der DDR lebte) spricht über Brüche, sein Unbehagen beim Blick auf realsozialistische Funktionäre und ein nicht mehr geteiltes Deutschland, Fehler und…

Uwe Albertz

…war 1989 22 Jahre alt und lebte seit gut einem Jahr in der BRD. Albertz, dessen Onkel Ministerrat in der BRD war, durfte – als Wehrdienstverweigerer mit Ausreiseantrag – kein Abitur machen, absolvierte eine Lehre und nahm anschließend verschiedenen Jobs bei der Kirche an. Letztlich…

Martin Baatzsch

…studierte in Ilmenau und begann 1988 als „FDJ-Agitator“ tätig zu werden, wo er aus SED-Sicht immer mal „übers Ziel hinaus schoss„. Die „Wende“ ist für Baatzsch, der zwischen der derzeitigen Realität und der „Vorwendezeit“ Parallelen sieht, noch nicht abgeschlossen. Baatzsch, der beim Mauerfall keinen Grund…

Very Barth

..war ab 1986 freiberuflich als Fotograf tätig: Die drei Jahre bis zur sogenannten Wende waren seine „wirtschaftlich erfolgreichsten“ – trotz des „gesellschaftlichen Niedergangs“ und der „grauen Gesichter der Menschen in Halle„. Barth nahm an der ersten Montagsdemonstration in Halle teil, unterstützte – trotz empfundener Ohnmacht…

Wilhelm Bartsch

…war: Rinderzüchter, Korrektur und Rotationsarbeiter in Karl-Marx Stadt, Dramaturg, Heimerzieher, Postarbeiter, Nachtwächter und Schriftsteller. Er studierte Philosophie in Leipzig und erhielt 1987 den „Brüder-Grimm-Preis“ der hessischen Stadt Hanau. Bartsch leitete nach der sogenannten „Wende“ eine Literaturwerkstatt beim Förderkreis der Schriftsteller Sachsen-Anhalt. Bartsch hat aus seiner…

Max Baumann

…wohnte in der ersten sozialistischen Arbeiter und Wohnstadt im Bezirk Potsdam, „fühlte sich dort wohl“ und als angehender Architekt in die Armee berufen, wo er schnell strafversetzt wurde. Die Bücher Dostojewskis, der Kontakt zu Musikern und die Bienenzucht, ließen ihn die (Nachwirkungen der) militärische(n) Ausbildung…

Rio Baur

…war 1989 22 Jahre alt und gründet bereits 1980 die Punk-Band “Müllstation”. Aufgrund verschiedener gesellschaftskritischer Lieder kam es 1982 zur Konfrontation mit der Stasi und der Polizei. Download [rechte Maustaste/ Ziel speichern unter]

Heidi Bohley

…Mitbegründerin des Neuen Forums in Halle, Aufgrund ihrer politischen Aktivitäten als Bibliothekarin entlassen und heute im Verein Zeit-Geschichte(n) in Halle aktiv, spricht über ihre Entscheidung Anfang der 80er Jahre in der DDR zu bleiben (im Gegensatz zu anderen Familienmitgliedern), sich aber einzumischen. Download mit [rechte…

Bernhard Böhnisch

Die grundsätzliche Idee der DDR wurde bei Böhnisch durch die katholische Erziehung in Frage gestellt, wobei gleichzeitig der Vater darauf drängte, dass „Veränderung nur durch mitmachen“ möglich sei. Böhnisch absolviert seinen Wehrdienst und studierte Mathematik. Die ersten Proteste um 1989 beobachte Böhnisch – im Gegensatz…

Wulf Brandstätter

…war in den 80er Jahren „Stadtarchitekt“ in Halle und trotz permanenten Materialmangels „Spezialist der Plattenbauweise„. Er sah als SED Mitglied kaum Einflussmöglichkeiten und meint heute: „Die Wende kam gerade noch zum rechten Zeitpunkt […] 10 Jahre später, und die Stadtstruktur wäre weitgehend zerstört gewesen.“ Über…

Peter Brock

.. stand sehr jung vor der Kamera und wurde 1986 freiberuflicher Musiker, wo er „gar nicht schlecht“ Geld verdiente. In der sogenannten „Wendezeit“ eröffnete er mit dem „Cafe Brock“ einen der wichtigsten und bekanntesten Orte, der nichts anderes als die Wohnung Brocks war, für alternative…

Günter Buchenau

…war über Jahre Superintendent und Pfarrer der Paulusgemeinde in Halle. Buchenau leitete, nachdem er jahrelang in „kritischer Solidarität“ mit dem Regime stand, unter anderem die Runden Tische 1989 in Halle über deren Zustandekommen und Diskussionen er im Folgenden ausführlich berichtet. Download mit [rechte Maustaste] [Ziel…

Birke Bull

… gehörte zum System, empfand die Ereignisse um das Jahr 89 als bedrohlich und studierte auf einer FDJ Schule. Ohne Frage; Bull gehörte zu den Nachwuchskadern der SED. Auch heute noch halten sich Glücksgefühle über „wiedervereinigtes“ Deutschland in Grenzen. Download [rechte Maustaste/ Ziel speichern unter]

Katrin Busching

…ist Bühnenbildnerin und war um das Jahr 1989 22-jährig beim Opernhaus in Halle – ein Ort „mit großem Frustpotential“ – tätig, während sie „schwarz“ in einem Abrisshaus wohnte und nach der sogenannten Wende im Sinne der eigenen Freiheit beruflich durchstartete. Gerade das Theater war Kristallisationspunkt…

Wladimir Dexbach

..hatte als 15 jähriger die ersten Erfahrungen als Frequenzbesetzer im Nordkaukasus gesammelt: Er wurde aufgespührt, festgenommen und verbrachte drei Tage in U-Haft. Dexbach zog der Liebe wegen Anfang der 80er von Leningrad nach Merseburg, wo er – trotz Verbots – eine Kampfkunstschule gründete. Dexbach, der…

Karamba Diaby

…kam als 25-jähriger 1985 von Dakar, wo er als Waisenkind keine Privilegien hatte und sich politisch engagierte, nach Leipzig und studierte ein Jahr später Chemie an der Martin-Luther-Universität in Halle. Diaby lebte im Internat und registrierte daher nur zaghaft eine Umbruchstimmung. Über einen Freund wurde…

Dr. Thomas Drzisga

… kam im August 1989 aus Moskau, wo er in der Parteihochschule studierte und zwei Jahre „praktizierte Perestroika“ erlebte, zurück nach Halle. Als junger SED Funktionär – und damit Teil der Nomenklatura – stieß Drzisga in Zeiten des „unglaublichen Umbruchs“ auch auf Ablehnung. Den „Umbruch“…

Jan Ermentraut

.. ging den Weg „jenseits des Normalen„, der ihm eine 700 Seiten starke Stasiakte bereits während der Schulzeit einbrachte. Ermentraut, der die Zeit um 1989 nicht als Revolution begreift („es war ein Abbruchunternehmen„), spricht über Brüche in seinem Leben, Veränderungsmöglichkeiten in der DDR, das Leben…

Christian Feigl

…wurde als Kesselschmied ausgebildet und gründete 1983 den Arbeitskreis Innenstadt in Halle, der sich in Auseinandersetzung zur Stadtentwicklung und Denkmalpflege zu Wort meldete. Feigl flüchtete auf abenteuerlichen Wegen aus der DDR, um wenige Monate später wieder in diese zurückzukehren. Er war Vertreter der Grünen Partei…